30. Dezember 2020

„AmataWiki“ ist das zweite digitale Projekt von Amata (vorher: IntensivTheater) und wird nach „Kulturstream“ ebenfalls durch das Programm „Neustart Kultur“ der Kulturstaatsministerin mit Bundesmitteln gefördert. Geschäftsführer Tim Ganter erklärt, was es mit der neuen Plattform auf sich hat und warum sie für Kulturschaffende gerade jetzt so wichtig sein könnte.

Ziel des Projekts sei der „Aufbau einer deutschlandweiten Online-Plattform als Nachschlagewerk, Veranstaltungskalender, digitale Bühne und Marktplatz für Musik und darstellende Künste“, so Ganter. Der Name „AmataWiki“ verdeutliche bereits das Programm: Amata ist lateinisch und bedeutet „die Geliebte“ – gemeint sind die geliebten Künste – und ein Wiki (hawaiianisch für „schnell“) ist eine Website, deren Inhalte von den Besuchern nicht nur gelesen, sondern auch direkt bearbeitet und geändert werden können. Ganz also wie bei der großen Schwester „Wikipedia“, nur mit einem wichtigen Unterschied: „Insbesondere gibt die neue Plattform auch Kulturschaffenden auf amateur- und semiprofessioneller Ebene die Möglichkeit, ihre künstlerische Arbeit, Philosophie, Geschichte und Vision darzustellen“, erzählt Ganter. Bei vergleichbaren Portalen wie etwa der Wikipedia sei dies aufgrund der streng formulierten Relevanzkriterien nur professionellen Akteuren vorbehalten. Entstanden ist die Idee für das Vorhaben bereits Anfang des Jahres, als ein Artikel über IntensivTheater bei Wikipedia abgelehnt wurde: „Es kam zu einem Austausch mit Wikipedia-Autoren und letztlich scheiterte die Zustimmung an sehr streng ausgelegten Kriterien. Für uns war das dann okay, aber ich dachte: Lass uns eine eigene Plattform aufbauen, wo sich Kreative unabhängig von ihrem Status oder ihrer Reichweite, nämlich allein aufgrund ihrer engagierten Arbeit eintragen können.“ Nun sei die richtige Zeit und dank der Förderung durch die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt im Rahmen von „Neustart Kultur“ konnte das Projekt in den letzten Monaten umgesetzt werden. Gleichzeitig trifft Ganter mit seiner Idee noch einen anderen Nerv der Zeit: „Die Digitalisierung ist in vielen Einrichtungen der Kunst und Kultur noch nicht angekommen. Einige Akteure haben veraltete oder überhaupt keine Internetpräsenzen und schon gar keine, die Interaktion ermöglichen“, so der Geschäftsführer, denn AmataWiki erlaube auch den Austausch von Kulturschaffenden untereinander. So könnten in Zukunft beispielsweise Requisiten, Kostüme oder ganze Bühnenbilder über die Plattform getauscht oder verliehen werden. „In der Coronakrise werden diese Versäumnisse ebenso wie die Notwendigkeit zur besseren Vernetzung besonders deutlich.“ AmataWiki fördere daher den Dialog und die Interaktion, biete Kulturschaffenden und Kulturinteressierten wichtige Möglichkeiten zum Austausch und zur Wahrnehmung künstlerischer Inhalte – auch in schwierigen Zeiten wie diesen und darüber hinaus.

Über die Website www.amata.wiki können ganz wie bei dem großen Vorbild „Wikipedia“ auch ohne Registrierung eigene Artikel – etwa über einen Kulturverein, ein Theater- oder Musikprojekt – selbst angelegt und bearbeitet werden.

Weitere Informationen unter www.amata.wiki und www.amata-kultur.org